von Romeo und Uta

Romeo und Uta

EIN NACHMITTAG MIT DEN SCHWESTERN
ANNA-LENA UND UTA-MARIA

Zwischen Rampen-Licht, verschiedenen Rollen und Koch-Büchern ist viel Platz.

Zusammen gehören die Themen eigentlich nicht. Und trotzdem verbinden sie. Sie sind ein
wichtiger Teil im Leben der Geschwister Anna-Lena und Uta-Maria.

Die Themen sind weit auseinander. Die beiden sich aber ganz nah. Anna-Lena liebt Koch-Bücher, aber will sie nur ungern alleine lesen. Uta-Maria steht gerne auf der Bühne. Ihre Schwester mittlerweile auch.

Wir treffen uns an einem kalten Nachmittag im März. An einem Ort der gut zu den beiden passt. Hier kommen Kunst, Teilhabe und Engagement zusammen. Das Staats-Theater in Nürnberg.  Anna-Lena spielt seit 2018 in der inklusive Theater-Gruppe.

Gutes Wetter war angesagt. Aber es ist kalt und windig. Eine Stunde eher und wir wären im Schnee versunken.

Glück gehabt!

 

Wir haben nicht viel Zeit. Anna-Lena hat nach dem Termin noch ein Treffen mit ihrer Theater-
Gruppe.

Die Lebenshilfe kennt Anna-Lena schon seit der Früh-Förderung. Sie arbeitet bei der Noris Inklusion. Nach der Arbeit ist viel los.

Sie ist in der Kirchen-Gemeinde St. Elisabeth aktiv. Mit der Gruppe des Tanz-Studios dance maxX tritt sie bei Veranstaltungen auf.

Im Staats-Theater spielte sie zum Beispiel die Rolle von Romeo aus Romeo und Julia.

Und sie ist mit ihrer Schwester im Tanz- und Bewegungsstudio „Studio 3“.

Vieles machen Anna-Lena und Uta-Maria zusammen.

„Anna-Lena und ich sind immer füreinander da, ich helfe ihr und sie
hilft mir.“

Bis Uta-Maria 12 Jahre alt war, hat sie keine Unterschiede bemerkt. „Ich hab mit ihr genau so gerauft und geschmust wie andere Geschwister-Kinder auch, denke ich.“

Sie hat die Trisomie 21, von Anna-Lena, erst über ihre Mitschüler*innen am Gymnasium erfahren.

Sie waren unsicher im Umgang mit ihrer Schwester. In ihrer Kindheit, bis zur 5. Klasse, hat das keine Rolle gespielt.

„Manchmal macht es mich wütend, dass mir diese kindliche Sicht genommen wurde. Von außen wurde immer wieder vermittelt, dass Anna-Lena behindert, anders, komplizierter sei.“

Eine Rolle mit Verantwortung bekam Uta-Maria in der Schule zugesprochen.

„...Oder mir wurde dann zum Beispiel von Erwachsenen gesagt, dass das sicher schwierig für mich sei. Und ich deswegen so verantwortungsbewusst bin.“

„Anna-Lena eine besondere Schwierigkeit nur wegen ihres extra Chromosoms zu unterstellen, finde ich total bescheuert.

Da werde ich auch ziemlich emotional.“ Viel mehr geht es ihnen aber um gemeinsame und schöne Erlebnisse. Sich gegenseitig helfen.

Und um die Zukunft. Anna-Lena träumt davon mit einem Freund zusammen wohnen. Oder mit Freund*innen in einer WG.

Momentan lebt sie noch zu Hause.

Den letzten Tanz kann Anna-Lena immer noch!

Über das Germanische National-Museum gehen wir in die Stadt.

Wir schauen kurz beim Tanz-Studio dance maxX vorbei. Ein Bau-Gerüst verhindert die Sicht auf das Gebäude.

Der letzte Kurs ist wegen Corona lange her. Den letzten Tanz kann Anna-Lena immer noch.

Hoffentlich geht es bald wieder los.

Zwischen Krippenspiel und Stern-Singer

Weiter geht es zur Kirche St. Elisabeth.

Uta-Maria ist seit ihrer Kindheit in der Kirche aktiv. Für sie ist es Ausgleich zum Alltag.

Anna-Lena macht seit ein paar Jahren beim Krippen-Spiel mit. Und ist bei den Stern-Singern.

Man merkt, dass beide sich dort wohlfühlen. Anna-Lena kennt den Ort gut.

Nach der Kirche verabschieden wir uns.

Anna-Lena muss weiter zum nächsten Foto-Termin.

Es werden Fotos für die inklusive Theater-Gruppe am Staats-Theater gemacht.