Kunst-Werk Kunstraum

Kunst-Werk Kunstraum

Kunstbegabte Menschen mit einer geistigen Behinderung haben im KUNSTRAUM die Möglichkeit, ihre Begabung zu nutzen, weil ihnen ein Rahmen zur Verfügung steht, in dem sie strukturiert arbeiten und sich entwickeln können, der für sie geeignetes Arbeitsmaterial und fachliche Hilfe bereit hält oder in dem ihre Werke kunstinteressierten Menschen angeboten werden. Um dem Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe Rechnung zu tragen und um Künstlerinnen und Künstlern trotz ihrer Behinderung eine Möglichkeit zu geben, ihrer Berufung zu folgen, hat die WerkStadt Lebenshilfe Nürnberg 2011 den KUNST-RAUM eingerichtet. Seit dem bietet die WerkStadt Menschen mit einer anerkannten geistigen Behinderung eine geschützte Atmosphäre, in der sie einer Vollzeittätigkeit als bildende Künstlerinnen und Künstler nachgehen können. Der KUNSTRAUM ist ein Arbeitsbereich der WerkStadt.

Damit kommt die WerkStadt einem deutlich zunehmenden, öffent-lichen Interesse an der Kunst von Menschen mit Behinderung entgegen. So wurden 2013 auf der Biennale von Venedig erstmals ihre Werke ausgestellt, es entstehen weltweit Sammlungen und Ausstellungen unter Begriffen wie z.B. Art Brut oder Outsider Art. Die bildende Kunst von Menschen mit Behinderung ist offenbar in der Lage, sich einen eigenen Kulturbereich zu erschließen, auch in der darstellenden oder in der angewandten Kunst. Künstlerische Ateliers für Künstler/innen mit Behinderungen gibt es zunehmend in Europa und insbesondere in Deutschland.

Die Kunstgattung der Outsider Art findet immer mehr Beachtung. Man könnte schon sagen, dass langsam ein alternativer Kunstmarkt am Entstehen ist. Der KUNSTRAUM vollzieht den Spagat einerseits Ort der künstlerischen Arbeit und der künstlerischen Begleitung zu sein. Andererseits allerdings ebnet der KUNSTRAUM Wege zu den Märkten der Kunst als Galerie und in Form von Ausstellungen.

Potenziale und Perspektiven

© Lebenshilfe Nürnberg e.V.

Mit den Aufgaben und Projekten wachsen die Beteiligten, entwickelt sich Qualität, entstehen aber auch neue Anforderungen und Wünsche. Es werden neue Materialfelder betreten, das Ideen-potenzial erweitert sich und die handwerklich-technischen Kompetenzen wachsen, inhaltlich und auch ökonomisch. Der KUNST-RAUM arbeitet erfolgreich in der Entwicklung neuer Projekte, z.B. im Fotografie-Workshop, oder in der Gestaltung von Innen- und Außenräumen. Er beteiligt sich an Kunstwettbewerben und erhält gestalterische Aufträge von anderen Institutionen.


Um die bisher noch fehlenden Bildungschancen für Künstler/innen mit geistiger Behinderung und die daraus resultierende Benachteiligung gegenüber anderen Mitgliedern der Gesellschaft auszugleichen, führen wir seit April 2016 eine fundierte Ausbildung für bildende Künstlerinnen und Künstler in Form in Zusammenarbeit mit der Akademie Faber-Castell durch. Der andere Ort und Kontext, die Akademie, an der vor allem Studierende ohne Behinderungen ausgebildet werden, lässt den Mitgliedern des KUNSTRAUMs außerdem – ganz im Sinne der Inklusion – ein neues Selbst-bewusstsein angedeihen. Sie bekommen durch die praktischen und theoretischen Ausbildungsinhalte Impulse für ihre künstlerische Arbeit, für ihren künstlerischen Werdegang und für den Reifeprozess in ihrem Lebensalltag.

Verzeichnis der Künstler/innen im KunstRaum

© Lebenshilfe/Ludwig Olah

Lutz Krutein ist Künstler und Kulturpädagoge. Er kommt aus der Kultur- und Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Menschen aus dem autistischen Spektrum. Er arbeitet seit 2013 im Kunstraum.


Christian Vittinghoff ist Künstler und Kunstpädagoge und hat in Schweden die Kunst von Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung kennen und schätzen gelernt, bevor er 2011 den Kunstraum der WerkStadt ins Leben rief.